Ein Pferdeleben währt nicht ewig. Aber sind wir mal ehrlich, trotz des Bewusstseins darüber, wird es immer zu früh sein, egal wann und es schmerzt bitterlich lebe wohl zu sagen. 

Tag für Tag verbringen wir mit unseren Pferden Zeit. Wir hegen und pflegen sie so gut es und möglich ist. Wir arbeiten nicht nur mit ihnen, wir leben mit ihnen.

Fest verankerte Tagesabläufe schmücken unser Leben.

Wir opfern gern unsere Zeit, unser Geld, unsere gesamte Energie und unsere Liebe in diese großartigen Geschöpfe. Weil sie uns Flucht von Stress und Problemen zugestehen.

Jeder kennt dieses magische Gefühl, wenn du in den Sattel steigst und die Füße den Boden verlassen.Dann beginnt er, der Zauber des Vergessens. Für einen Moment, den wir nur mit unserem Pferd genießen, vergessen wir die Welt um uns herum. Vergessen Sorgen, vergessen Probleme.

Auch das Pferd fordert Aufmerksamkeit und in diesem Moment gehört sie allein ihm. Wir erleben erstaunliche Momente, die Nichtreiter vielleicht auch nie verstehen können, wenn sie diese nicht selbst erleben.

Egal ob wir ins Gelände bummeln, den Wind im Gesicht genießen. Oder im Training immer wieder alles geben, um mit unserem Partner Pferd weiter voran zu kommen. Eins verbindet uns die Liebe.

Eines Tages ist es so weit, die Zeit ist abgelaufen. Alles fällt schwerer, der Körper ist müde. Müde vom Leben.

In allen den Jahren haben wir einander genossen, gelacht und geweint, geschimpft und verziehen, gezankt und zusammen gerauft. Die Liebe zu einem Pferd ist eben unendlich.

Der Moment ist gekommen, wo man weiß hier ist Schluss. Auch sie wissen es, lassen es uns auch wissen. Und das ist auch gut so. Ein letztes mal putzen, ein letzter Gang. Der Kloß im Hals ist riesig, die Augen füllen sich mit Tränen. Abschied ist so unglaublich schwer und es ist immer zu früh. Erinnerungen rasen durch den Kopf, Erinnerungen die für immer Teil dieser Welt bleiben.

Was das Herz berührt währt auf ewig und geht nie verloren.