Milchzähne Pferd – “Das Milchgebiss”

Fohlen und Jungpferde haben noch ein unvollständiges Milchgebiss, das mit zunehmendem Alter durch bleibende Zähne ersetzt und ergänzt wird.

Bis zum Alter von etwa einem Jahr sind nur 24 Milchzähne vorhanden: insgesamt 12 Schneidezähne und 12 vordere Backenzähne. Die hinteren Backenzähne sind nicht als Milchzähne ausgebildet; sie brechen als bleibende Zähne abgestuft später durch: der erste nach knapp einem Lebensjahr, der zweite nach zwei Jahren und der dritte im Alter von vier Jahren.

Zahnentwicklung bei Pferden

Die Neugeborenen sind zunächst nur die dreiersten Milchbackenzähne vorhanden. Die Milchzangen im Schneidezahnbereich brechen in der ersten Woche durchs Zahnfleisch, die Milchmittelzähne sind mit sechs Wochen ausgebildet.

 

Erst mit sechs bis maximal neun Monaten treten die Milcheckzähne hervor. Mit zweieinhalb Jahren wechseln die Zangen und die beiden vorderen Backenzähne mit dreieinhalb die Mittelzähne und der hintere Backenzahn und mit viereinhalb die Eckzähne.

Zange und Eckzähne wechseln zuerst im Oberkiefer, Mittelzähne zuerst unten. Hakenzähne brechen bei männlichen Pferden mit etwa vier Jahren durch. Innerhalb von sechs Monaten erreicht jeder gewechselte (bleibende) Zahn seine volle Kronenhöhe und damit seine Mahlfunktion, die kontinuierlich zum Abrieb führt.

 

Erst mit etwa fünf bis fünfeinhalb Jahren ist das Gebiss des Pferdes komplett entwickelt und alle Schneidezähne treten voll in Reibung. Erst dann ist ein Pferd voll ausgewachsen und kann bei regelmäßigem, gesunden Gebiss störungsfrei alle Futtermittel zerkauen.

 

Betreuer und Ausbilder von Jungpferden müssen über den Zahnwechsel informiert sein. Dadurch lassen sich Störungen bei der Futteraufnahme (z.B. Schlundverstopfungen) und in der Futterverwertung (z.B. Abmagerung während des Zahnwechsels) sowie auch Verhaltensprobleme bei begonnener Ausbildung rechtzeitig pferdegerecht berücksichtigen und erklären.

 

 

 

Quelle & Zitat: Ingolf Bender; „Pferdehaltung und Fütterung – Das Standard Werk“, S. 260 – 261, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart, 2015, ISBN 978-3-440-14988-1